Magnet-ABC

Anisotrope Magnetfolie

Diese Magnetfolienqualität ist beidseitig magnetisch. Eine Seite haftet etwas stärker als die andere Seite. Auch hier variiert die Haftkraft je nach Dicke der Folie, allerdings ist sie von Haus aus stärker magnetisiert als eine isotrope Folie vergleichbarer Dicke. Es gibt sie ab Werk nur in einer rohen Ausführung. Auf Wunsch kann eine Seite selbstverständlich mit PVC- oder Klebefolie ausgerüstet werden.

In der Physik: Anisotrop

"In der Struktur bezogen auf die Raumrichtungen ungleich." Dies bedeutet, dass bei der Herstellung ein starkes Magnetfeld angelegt und damit eine Vorrichtung der Elementarmagnete erreicht wird. Bei der späteren Magnetisierung mit Feldrichtung in Vorrichtungsachse erhält man für die magnetischen Werte bessere Ergebnisse als in andere Raumrichtungen.

Semi-anisotrope Magnetfolie

Diese Magnetfolienqualität zeichnet sich im Vergleich zur Anisotropen Magnetfolie durch eine erhöhte Haftkraft aus.

Achtung liebe Physiker, Semi-anisotrop ist nur ein von Herstellern verwendeter Marketingbegriff, kein physikalischer Begriff.

Isotrope Magnetfolie

Diese Magnetfolienqualität ist einseitig magnetisch. Ihre Haftkraft hängt von der Materialstärke der Folie ab - je dicker, desto stärker. Sie ist für die meisten Anwendungen zu empfehlen. Es gibt sie ab Werk in einer rohen Ausführung oder einseitig mit PVC oder PET Folie verschweißt.

In der Physik: Isotrop

"In der Struktur bezogen auf die Raumrichtungen gleich." Für Magnete bedeutet dies, dass keine der Raumrichtungen bei der Magnetisierung in Richtung einer bestimmten Achse bevorzugt ist.

Luftspalt

Abstand zwischen einem Magneten und der Auflagefläche der gewünschten Leistung, z.B. einer FERRO-Eisenfolie. Als Luftspalt wirken auch beispielsweise Kunststoffe, Lacke und Folien die sich zwischen dem Magneten und dem magnethaftenden Untergrund befinden. Grundsätzlich gilt: Je größer ein Luftspalt wird, desto geringer die Haftkraft eines Magneten.

Einsatztemperatur

Temperatur, bis zu der Magnete eingesetzt werden können. Bitte beachten Sie die jeweiligen Temperaturangaben für die maximale Einsatztemperatur. Generell reduziert sich die Haftkraft der Systeme mit höherer oder niedrigerer Temperatur. Wird die angegebene Temperatur überschritten, wirkt sich dies auf Kunststoffe, Kleber und eventuell auf die magnetischen Werte aus.

Haftkraft

Die Haftkräfte der Magnetsysteme sind bei Raumtemperatur an einer polierten Platte aus Stahl (S235JR nach DIN 10 025) mit einer Stärke von 10 mm bei senkrechtem Abzug des Magneten bestimmt worden (1 kg ~ 10 N). Eine Abweichung von bis zu -10% gegenüber dem angegebenen Wert ist in Ausnahmefällen möglich. Im Allgemeinen wird der Wert überschritten.

Werkstoffe

Magnete aus Hartferrit
Mittlere Einsatztemperatur
(ca. 200°C) Geringste Haftkraft

Magnete aus NdFeB
Geringe Einsatztemperatur
(ca. 80°C) Höchste Haftkraft

Magnete aus SmCo
Mittlere Einsatztemperatur
(ca. 200°C) Relativ hohe Haftkraft

Magnete aus AlNiCo
Sehr hohe Einsatztemperatur
ca. 450°C) Mittlere Haftkraft

Magnetisch und magnethaftend – der Unterschied

Eisenhaltige Materialien sind magnethaftend und dienen als Haftgrund für Magnete oder Magnetfolien (darauf hält ein Magnet). Magnete und Magnetfolien sind dauerhaft magnetisch (Permanentmagnete) und haften hervorragend zum Beispiel auf unseren FERROProdukten.

Magnetisch

Magnethaftend


Magnetisierungsarten

Magnetisieren

Nur aus ferromagnetischen Stoffen kann man Magnete herstellen. Ferromagnetische Stoffe? Darunter fallen die Elemente Eisen, Nickel und Kobalt. In diesen gibt es „mini Magnete“, die auch als Elementarmagnete bezeichnet werden. Das Magnetisieren wird dann durch Ausrichten der Elementarmagnetbereiche durch Anlegung eines externen Magnetfeldes erreicht.

Entmagnetisieren

Elektromagnetische Felder oder auch sehr starke Magnetfelder wie etwa von NdFeBMagneten sowie zu hohe oder zu niedrige Temperaturen können die Magnete entmagnetisieren. Weiterhin ist zu beachten, dass Magnetwerkstoffe grundsätzlich empfindlich gegenüber Schlägen und Druck sind.

Physikalische Fachbegriffe

Remanenz

Die Remanenz ist die in einem ferromagnetischen Stoff nach Ausschalten des magnetisierenden Feldes zurückbleibende Induktion (Flussdichte). Der Zahlenwert der Remanenz gilt für den Fall des geschlossenen Kreises (H = 0) als Materialkonstante und wird als „wahre Remanenz“ (Br ) bezeichnet. Im geöffneten Magnetkreis sinkt Br auf den Wert der „scheinbaren Remanenz“ Br ab.

Koerzitivfeldstärke

Man unterscheidet zwischen der Koerzitivfeldstärke BHc der Flussdichte und der Koerzitivfeldstärke IHc der Polarisation. Die Koerzitivfeldstärke BHc ist (für den Fall des geschlossenen magnetischen Kreises) die für das Verschwinden der Flussdichte B notwendige entmagnetisierende Feldstärke definiert. Die Koerzitivfeldstärke IHc ist die entmagnetisierende Feldstärke, bei der die Polarisation I zu Null wird. Bei Anlegen von IHc wird ein Körper also unmagnetisch. Magnetisch sind im praktischen Sprachgebrauch alle Werkstoffe mit merklich großer Permeabilität, vor allem Eisen, Nickel, Kobalt und ihre Legierungen. Unmagnetisch sind alle anderen Stoffe (Messing, Kupfer, Holz, Stein usw.).

Flussdichte (B)

Sie beschreibt wie H die Stärke des Magnetfeldes. Während sich B und H außerhalb magnetisierbarer Materie nur durch einen konstanten Faktor unterscheiden, berücksichtigt B innerhalb solcher Materialien den Einfluss der Magnetisierung.

Allgemeine Hinweise

 

  • Die Haftkräfte sind bei Raumtemperatur an einer polierten Platte aus Stahl (S235JR nach DIN 10025) mit einer Stärke von 10 mm bei senkrechtem Abzug des Magneten bestimmt worden (1kg*10N). Eine Abweichung von bis zu -10% gegenüber dem angegebenen Wert ist in Ausnahmefällen möglich. Im Allgemeinen wird der Wert überschritten

  • Kleine Risse im Magnetmaterial haben keinen Einfluss auf die Haftkraft.

  • Das Maß A gibt die Länge an, um die der Stabgreifer gekürzt werden kann, ohne diesen zu beschädigen.

  • Bei direktem Einbau des Stabgreifers im Eisen kommt es zu einer Haftkraftverringerungvon bis zu 15% durch magnetische Kurzschlüsse. Um dies zu vermeiden, müssen bestimmte Abstände vom Messingmantel des Stabgreifers zum Eisen eingehalten werden. Die Abstände zum Eisen sind auch nach hinten einzuhalten, wenn der Stabgreifer um das Maß A gekürzt wurde.